Teil 8 unserer Bier-Serie: “Schaum macht schön. Hefe macht schöner!”

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Michael Gutmann antwortet auf die Frage, was das Bier der Familienbrauerei ausmacht: „Die natürliche Herstellung und der hohe Hefegehalt.“ Genau die Antwort, die ich von einem Juniorchef erwarte. Ich möchte mehr erfahren und habe ihn besucht, den sympathischen Brauer in kurzer Lederhose. Der 29-Jährigen verrät, wann er zuletzt ein Hefeweizen in der Theke getrunken hat und ob Bier trinken wirklich Männersache ist.

Juniorchef Michael Gutmann; Foto: lea

Juniorchef Michael Gutmann; Foto: lea

Findest du biertrinkende Frauen sexy?

Wenn es nicht zu viel ist! Je nachdem wie man es verträgt. Aber Biertrinken ist nicht nur Männersache. Gerade auch das Weizenbier ist durchaus auch für Frauen geeignet, weil es süß ist und Hefe enthalten ist.

Bei uns in der Theke in Eichstätt wird Gutmann ausgeschenkt. Wann hast du das letzte Mal dort dein Bier getrunken?

Das ist noch gar nicht so lange her. Das war zur Eröffnung der Theke Ende März. Mein Dad hat gesagt, dass es an diesem Abend für jeden eine Maß Freibier gibt. Er wusste wohl nicht, dass an dem Abend das Spiel Bayern gegen Marseille übertragen wurde. Der Franz Geitner von der Theke hat am nächsten Tag ein schlechtes Gewissen gehabt, weil so viel getrunken wurde. Er hat angerufen und angeboten, die Kosten zu teilen. Da haben wir aber gleich gesagt, dass das schon okay ist.

Hast du ein Lieblingsbier?

Das normale Hefeweizen hell von uns trinke ich am liebsten.

Und eins, das nicht von euch ist?

Ich probiere auch andere Sorten aus, weil es mich interessiert. Zum Beispiel das Bier von einer befreundeten Brauerei aus Amerika: Pale Ale, Sierra Nevada.
Aus Deutschland das Andechser Spezial hell.

Seit 1855 ist die Brauerei im Familienbesitz der Gutmanns; Foto: www.brauerei-gutmann.de

Seit 1855 ist die Brauerei im Familienbesitz der Gutmanns; Foto: www.brauerei-gutmann.de

Du hast noch zwei Brüder und eine Schwester. Dein Bruder und du, ihr seid die Juniorchefs geworden. Ist Bier in eurer Familie also reine Männersache?

Meine Schwester hat noch nie wirklich viel Interesse an Bier gehabt. Beruflich geht sie jetzt auch mehr in die betriebswirtschaftliche Richtung.
Ich habe beispielsweise schon immer meine Ferien in der Brauerei verbracht, habe im Betrieb mit geputzt, bin mit den Bierfahrern raus zu den Kunden gefahren und habe im Verkauf mitgeholfen – so bin ich von klein auf in die Sache mit reingewachsen.

Du kommst aus einer Bierfamilie. Ein Traum für viele gerade junge Leute: Was sagen denn deine Freunde dazu, dass du an der Bier-Quelle sitzt?

Ich schaue auf Partys beispielsweise schon, dass die Getränke nicht ausgehen. Aber es ist nicht so, dass meine Freunde das verlangen.

Wenn du die Möglichkeit hättest, einen Tag in einer fremden Brauerei zu arbeiten, welche wäre das?

Die Forst-Brauerei in Meran, Südtirol. Aber da habe ich auch schon mal gearbeitet.

Wie siehst du die Konkurrenz zur Hofmühl Brauerei?

Das sind Mitbewerber in der Region, aber Hofmühl hat sich eigentlich auf das Helle untergärige Bier spezialisiert. Bei uns liegt der Schwerpunkt auf dem Weizen. Unsere Familien sind seit langem schon miteinander verbunden und haben ein gutes Verhältnis.

Was ich mich schon immer gefragt habe… wie schafft ihr das, dass die Flasche durch die Hefegärung nicht platzt?

Im Kronkorken ist zum Schutz eine Gummimasse. Wenn der Druck zu sehr ansteigt, würde die eher nachgeben, als die Flasche. Aber der Druck wird bei der Nachgärung überprüft, deshalb kommt es eigentlich nicht vor, dass eine Flasche platzt.

Warum sind immer 20 Flaschen Bier in einer Kiste?

Durchschnittlicher Wochenverbrauch vielleicht? Drei halbe am Tag sind ja gesundheitsfördernd. Die trinke ich auch. Aber es gibt ja auch andere Größen…

Vielen Dank!

Michael Gutmann, 29 Jahre alt, hat zunächst eine Lehre als Brauer und Mälzer gemacht. Danach war er an der Doemens-Fachakademie für Brauwesen und Getränketechnik in München und hat schließlich seinen Abschluss zum Diplom-Braumeister in Weihenstephan absolviert. Seit einiger Zeit trägt er gemeinsam mit seinem Bruder Mitverantwortung in der Brauerei.

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