9. Indisches Filmfestival in Stuttgart

Von Eleonora Hamburg

Europas größtes indisches Filmfestival fand vom 18. bis 22. Juli in Stuttgart statt. Der Veranstalter des Festivals, das Filmbüro Baden-Württemberg, präsentierte dem Publikum zum neunten Mal insgesamt 56 ausgewählte Filme aus verschiedenen Regionen des Subkontinents.

9. Indisches Filmfestival in Stuttgart; Foto: Eleonora

9. Indisches Filmfestival in Stuttgart; Foto: Eleonora

Entstanden ist die Idee des Filmfestivals durch die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Mumbai und Stuttgart. „In Mumbai gibt es das Stuttgarter Weinfest und man hat sich überlegt, was man im Gegenzug aus Mumbai (Filmmetropole) nach Stuttgart bringen kann. Nichts war da naheliegender als Filme“, erklärt Katharina Vogt, Gästemanagerin des Festivals.

Gästemanagerin Katharina Vogt; Foto: Eleonora

Gästemanagerin Katharina Vogt; Foto: Eleonora

Sie selbst hatte vorher keinen Bezug zu indischen Filmen und hat sich in nur acht Wochen in die Thematik eingearbeitet. Mittlerweile ist sie aber ein Fan geworden, und genau das sei das Ziel: „Wir wollen zeigen, dass die indische Filmindustrie mehr ist als nur Bollywood.“
Deshalb legt das Filmbüro Baden-Württemberg besonderen Wert darauf, Filme aus den verschiedensten Regionen Indiens zu zeigen. So soll den Zuschauern die kulturelle Vielfalt vermittelt werden. Der überwiegende Teil besteht aus nicht kommerziellen Filmen, die gesellschaftliche Probleme ansprechen. So wie Prashant Nairs „Delhi in a Day“, der Gewinner des diesjährigen Directors Vision Awards. Sein Film spiegelt den Alltag von Bediensteten einer reichen Familie in der Hauptstadt Delhi wieder: Der junge Engländer Jasper besucht den Geschäftsfreund seiner Vaters in Delhi und als ihm Geld gestohlen wird, muss Diener Raghu die Schuld auf sich nehmen – auch wenn das seine Existenz zerstört. „Viele Leute haben mir erzählt, dass ihnen genau so etwas passiert ist. Deshalb habe ich den Film „Delhi in a

Filmemacher und Gewinner des Directors Vison Awards Prashant Nair; Foto: Eleonora

Filmemacher und Gewinner des Directors Vison Awards Prashant Nair; Foto: Eleonora

Day“ und nicht „A Day in Delhi“ genannt.“, sagt Prashant Nair. Er kam persönlich und beantwortete nach dem Screening seines Films Fragen des Publikums. „ Die Atmosphäre auf dem Festival ist sehr warm und es ist schön zu sehen, dass Filme aus Indien in Deutschland gezeigt werden.“
In der Kategorie Best Audience Choice Award gewann Wendy J.N. Lee mit dem Dokumentarfilm „Pad Yantra: A Green Odyssey“, eingesprochen von Daryl Hannah. Die Zuschauer bekamen nach den Filmvorführungen die Gelegenheit, ihre Stimme für den Film abgeben, den sie am besten fanden. Lees Film zeigt die Trekkingtour von 700 Menschen über den Himalaja, um auf Umweltschäden in dieser Region aufmerksam zu machen. Den mit 4000 Euro dotierten „German Star of India“ in der Kategorie Bester Spielfilm erhielt Karan Gour für den Psychothriller „Kshay“.

Filmemacherin und Gewinnerin des Audience Choice Awards Wendy J.N. Lee; Foto: Eleonora

Filmemacherin und Gewinnerin des Audience Choice Awards Wendy J.N. Lee; Foto: Eleonora

Eine Handvoll großer Bollywood-Produktionen hat es aber dann doch in das Programm geschafft. Eine davon ist „Don 2 – The King is back“ mit Shah Rukh Khan in der Hauptrolle. Don 2 ist der erste Bollywood-Film, der in Deutschland gedreht wurde. Khan spielt einen Schwerkriminellen, der sich in die Deutsche Zentralbank einschleust, um Euro-Geldplatten zu stehlen. Mit dabei in einer Nebenrolle ist der deutsche Schauspieler Florian Lukas.
Begleitet wurde das Filmprogramm von Tanzworkshops, Konzerten und Tea-Talks, bei denen Experten die Besucher ausführlich über verschiedene Themen Indien betreffend informierten. Der aus Gerlingen stammende Sakis Tsapakidis trat bei Eröffnung und Preisverleihung des Festivals auf und sang die Songs seines Idols Shah Rukh Khan.
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Gepostet in: Kultur, Künstlerecke

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